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Statement anlässlich der Eröffnung der neuen Filmwerkstatt Kleine Replik (... )Auch da ist mir in Erinnerung wie Grosse - Brockhoff sagte: Er würde nie auf die Idee kommen in ein heutiges Musical zu gehen aber man könne es den Leuten ja nicht verbieten; nur eines sei sicher, dass dafür keine Fördergelder benutzt würden. Da hat sich vielleicht doch was geändert; ich möchte nicht wissen (oder gerade doch) wie viel öffentliches, also Steuergeld in den 'Song-Contest' geflossen ist. "Das kann ich Ihnen sagen Herr Michelberger - 19 Millionen vom Land, 7 Millionen von der Stadt." Und somit wieder eine ungeheure Menge an geistigen Schadstoffen in die Atmosphäre abgelassen wurde - öffentlich gefördert. Mich beunruhigt das sehr; diese Schadstoffe lagern sich ja ab. Wenn ich mir vorstelle wie viel Gesendetes von 30, 40 Programmen, von unzähligen Leinwänden, sich als Schadstoff in den Menschen anreichert. Und die Bilder, mein Gott die Bilder, die die jungen Leute in Massen in sich ablagern. Was geschieht da? Sie werden ja nicht abgebaut wie andere Stoffe. Sie bleiben am Grund ihrer Seelen und niemand weiß was sie da anrichten. Die Seelen sind unsterblich, heißt es. Stellen Sie sich vor! Die Filmwerkstatt ist vielleicht ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein der schädlichen Emissionen. Deshalb muss sie leben und gedeihen. Um Widerhaken zu sein im Fleisch der roten Glamour-Teppiche, gegen die Verkommenheit und Verwahrlosung einer Gattung - der Gattung Mensch. Da ist doch glatt das Pathos über mich hergefallen. Steh' ich dazu. Möchte mich selbst nicht ausnehmen. Könnte eine Selbstbeschimpfung anfangen. Wenn wir still sind, zu uns kommen, wissen wir, dass die Dinge die wichtig sind nicht schreien, nicht blenden, nicht täuschen. Erwin Michelberger Fotos: Christian Deckert |