Filmfriend Mai 2022

Filme im Mai

Kuratiert von Wolfgang M. Schmitt

 

Wolfgang M. Schmitt ist Filmkritiker, Podcaster und YouTuber. Seit 2011 betreibt er den ideologiekritischen YouTube-Kanal „Die Filmanalyse“, auf dem er wöchentlich aktuelle Blockbuster und auch Klassiker analysiert. Außerdem ist Schmitt seit 2019 Co-Host des Wirtschaftspodcasts „Wohlstand für alle“ (gemeinsam mit Ole Nymoen). Seit 2020 führt Schmitt zusammen mit Stefan Schulz in dem Podcast „Die Neuen Zwanziger“ durch das Jahrzehnt. 2021 erschien von ihm im Suhrkamp-Verlag das gemeinsam mit Ole Nymoen verfasste Buch „Influencer. Die Ideologie der Werbekörper“. Darüber hinaus hält Schmitt regelmäßig Vorträge zu Filmen, wobei im Fokus Hollywood steht.


Deadlock

DE 1970 | 90 Min. | R: Roland Klick mit Mario Adorf, Anthony Dawson

Die Banditen Sunshine und Kid flüchten nach einem Bankraub in die Geisterstadt Deadlock in der mexikanischen Sierra. Die einzigen Bewohner sind Charles Dump und seine Tochter Jessy. Dump versucht, den Banditen ihre Beute abzujagen…

Akustisch und optisch bestechend, dramaturgisch konsequent bis zum Schluss, prägt sich einem dieser Film für immer ein. Deadlock heißt ein Türschloss, das sich nur von einer Seite öffnen lässt. Der Spielort des Films ist so eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Nach klassischer Dramaturgie wandert der Geldkoffer der demolierten Gangster von einem zum anderen, unterstützt von dem schier Beckett’schen Unvermögen der Galgenvögel, den jeweiligen Besitzer umzulegen. Mario Adorf als rührend tollpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, “Schwabings Understatement-Ungeheuer”, als verletzter Gangster schleichen zu dem psychedelischem Soundtrack der Avantgarde-Rockband Can um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.


Closet Monster

CA 2016 | 87 Min. | R: Stephen Dunn mit Aaron Abrams, Jack Fulton

Oscar ist jung, kreativ, verliebt in seine von Fantasy-Filmen geprägte Kunst. Und er hat ein riesiges Problem: Er lebt im tiefsten Provinzloch Neufundlands allein mit seinem kauzigen Vater. Ab und an schminkt er seine beste Freundin Gemma und versucht, ein traumatisches Erlebnis aus seiner Kindheit zu bewältigen, das ihn stets daran erinnert, dass es in dieser Stadt gefährlich sein kann, offen schwul zu leben. Nebenbei jobbt der sensible Teenager in einem Baumarkt, wo er den rebellischen und verwegen attraktiven Wilder kennenlernt, der lieber Joints raucht, als Schrauben zu sortieren. 


 

Die Mörder sind unter uns

DE 1946 | 81 Min. | R: Wolfgang Staudte mit Hildegard Knef, Elly Burgmer

Der Film spielt im Jahr 1945 im zerbombten Berlin. Der ehemalige Militär-Chirurg Dr. Hans Mertens kehrt nach dem Krieg zurück nach Berlin und findet sein Haus in Trümmern vor. Er leidet noch unter den schrecklichen Kriegserinnerungen und wird zum Alkoholiker. Die Fotografin Susanne Wallner, eine KZ-Überlebende, findet ihn in ihrer alten Wohnung vor und beide werden schnell zu Freunden und Mitbewohnern.

Bald darauf begegnet Mertens seinem ehemaligen Hauptmann Ferdinand Brückner. Dieser ließ am Weihnachtsabend 1942 36 Männer, 54 Frauen und 31 Kinder einer polnischen Ortschaft erschießen. Inzwischen ist Ferdinand Brückner ein beliebter Bürger und erfolgreicher Geschäftsmann, der aus alten Stahlhelmen Kochtöpfe produziert. Am Weihnachtsabend 1945 versucht Mertens ihn zu töten, doch der Mord wird von Susanne Wallner rechtzeitig verhindert. Sie kann ihn überzeugen, Brückner anzuzeigen, so dass er vor Gericht gestellt werden kann.


Ehe im Schatten

DE 1947 | 100 Min. | R: Kurt Maetzig mit Paul Klinger, Ilse Steppat

Die Geschichte eines Schauspieler-Ehepaares im Dritten Reich. Hans Wieland lehnt es vehement ab, sich von seiner jüdischen Frau Elisabeth zu trennen. Nur so glaubt er, ihr Leben schützen zu können. So kommen sie tatsächlich über die Jahre einer latenten Bedrohung – immer mit dem Satz auf den Lippen: “Es wird ja nicht so schlimm…” Auf dem Höhepunkt des Holocaust jedoch wollen ihn die Nazis an die Front und seine Frau ins KZ schicken. Hans und Elisabeth Wieland sehen als einzigen Ausweg den Freitod… –


Mit Siebzehn

FR 2016 | 110 Min. | R: André Téchiné mit Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein

Aus einem Tal in den Pyrenäen wird die Landärztin Marianne auf einen abgelegenen Berghof gerufen, um die Bäuerin zu untersuchen. Thomas, der Adoptivsohn der Kranken, gefällt ihr auf Anhieb gut: ein hübscher Kerl mit halbafrikanischen Wurzeln, dessen ruhige männliche Tatkraft sie beeindruckt. Als die Mutter des Jungen ins Krankenhaus muss, fordert Marianne Thomas dazu auf, bei ihr und ihrem ehrgeizigen Sohn Damien in der Stadt zu wohnen, um der Mutter nahe zu sein. Sie ahnt nicht, dass die beiden sich nicht mögen und in der Schule beim geringsten Anlass aufeinander losgehen. Doch als Marianne ihre Raufereien entdeckt, weiß keiner zu sagen, woher die seltsame Feindschaft eigentlich rührt…


Winter’s Bone

US 2010 | 100 Min. | R: Debra Granik mit Jennifer Lawrence, Isaiah Stone

Verzweifelt sucht die siebzehnjährige Ree ihren Vater, der untergetaucht ist und das Haus der Familie samt Grundstück verpfändet hat. Wenn sie ihn nicht auftreiben kann, wird sie mit ihren kleinen Geschwistern und der kranken Mutter auf der Straße stehen. In den Wäldern der Ozark Mountains spielt dieser Film. In einer Welt, die aus der Welt gefallen zu sein scheint. In heruntergekommenen Blockhäusern haben sich die Menschen notdürftig eingerichtet. Unbehauste Gestalten, die quasi von der Hand in den Mund leben. Bei ihren Nachbarn findet Ree kaum Unterstützung, als sie nach ihrem Vater sucht, überall stößt sie auf eine eiserne Wand des Schweigens.


Zwischen Welten

DE 2014 | 103 Min. | R: Feo Aladag mit Ronald Zehrfeld, Mohsin Ahmadi

Bundeswehrsoldat Jesper meldet sich erneut zum Dienst in das krisengeschüttelte Afghanistan und erhält mit seiner Truppe den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Dabei wird der junge Afghane Tarik als Dolmetscher zur Seite gestellt. Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Er steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten. Als Tarik, der von den Taliban bedroht wird, weil er für die Deutschen arbeitet, seine Schwester in Sicherheit bringen will, geraten die Dinge außer Kontrolle.


Meine Schwester Maria

DE, FR, AT, CH 2002 | 91 Min. | R: Maximilian Schell

Maria Schell war eine gefeierte Schauspielerin, Publikumsliebling und neben Romy Schneider, Marlene Dietrich und Hildegard Knef die einzige deutschsprachige Schauspielerin, die eine große Weltkarriere hingelegt hat. In über siebzig Kinofilmen ist sie unter der Regie von Spitzenregisseuren und an der Seite unzähliger Stars zu sehen. Ihr Leben ist der Stoff, aus dem Erfolgsbiografien sind: Amouren, Affären, Einsamkeit, verschmähte Liebe, Enttäuschungen, Schulden, Depressionen, die Unfähigkeit zu altern sowie ein Selbstmordversuch.


FILMFRIEND IM APRIL 2021

FILMFRIEND IM MAI 2021

FILMFRIEND IM JUNI 2021

FILMFRIEND IM OKTOBER 2021 

FILMFRIEND IM DEZEMBER 2021

FILMFRIEND IM JANUAR 2022

FILMFRIEND IM FEBRUAR 2022

FILMFRIEND IM MÄRZ 2022

Filmfriend im April 2022


Alle Bilder ©filmfriend.de